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"Lebendige Dächer"
von Jörg Ewald,
Dachdeckermeister
Bewachsene Dächer blicken auf eine tausendjährige Tradition zurück.
Bei uns waren sie jahrzehntelang in Vergessenheit geraten.
Mit der stärkeren Sensibilisierung gegenüber Natur- und Umweltschutzthemen wurden sie von Ökologen wieder entdeckt.
In unseren Städten wird Natur durch Bebauung immer mehr zurückgedrängt, dadurch gehen der Bundesrepublik jährlich ca. 12.000 ha Boden verloren. Durch begrünte Dächer kann dieser Schaden begrenzt werden.
Oft scheitern Begrünungen am Wissensstand der Planer, auch an den zu hoch eingeschätzten Kosten.
Es wird bei der Kostenaufstellung aber ein wesentlicher Faktor übersehen:
Ein gleichwertiges, begrüntes Grundstück ist um ein vielfaches teurer. Es ist erfreulich, dass inzwischen eine ganze Reihe von Städten Begrünungsmaßnahmen durch Geldzuschüsse fördern.
Die positiven ökologischen Auswirkungen einer Dachbegrünung auf die Umwelt sind natürlich nicht mit Geld aufzuwiegen!
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» Abgabe von Sauerstoff » Aufnahme von CO2 » Aufnahme von Staub
aus der Luft » Speicherung von Feuchtigkeit » Klimaverbesserung
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Die Vorteile einer Dachbegrünung sind mit bloßen Worten kaum zu vermitteln. Der Lebensraum für Tier, Pflanze und Mensch wird zurückgewonnen und es entsteht eine freundlichere Umwelt mit all ihren Folgerungen. Öde Bitumen-, Kies- und Betonflächen können zu grünen, blühenden Terrassen und Hinterhöfen verwandelt werden. Begrünungen können sich selbst und der kreativen Natur überlassen werden, über die keine Pestizide gespritzt werden und kein stinkendes Auto fahren kann.
In Stadtgebieten werden über 90% der gesamten Oberfläche bei Niederschlägen durch Wasser-ableitungen in die Kanalisation entwässert. Bei günstigen Begrünungen können bis zu 80% des Regenwassers auf einem Dach zurückgehalten werden. Es nährt die Pflanzen und fördert Biotope, verdunstet und verbessert das Klima und trägt auch zur Produktion von Sauerstoff bei. Schweb- und Schadstoffe werden der Luft entzogen und verbessern die Luftqualität.
Eine Begrünung bringt je nach Stärke und Konstruktion ca. 10% mehr Wärmedämmung. Bei entsprechenden Drainagesys-temen kann die Wärmedämmung auch erheblich erhöht werden. Nicht zu unterschätzen ist auch die Verringerung des Verkehrs-lärms, der durch die weiche Pflanzenoberfläche absorbiert wird.
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» Isolation gegen Wärme » Isolation gegen Kälte » Isolation gegen Verkehrslärm
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Dachbegrünungen sind auf jedem Dach bis ca. 30 Grad Dachneigung, in Ausnahmefällen bis 45 Grad, möglich.
Auch auf extremen Standorten kann noch ein Sedumgewächs zum Blühen gebracht werden. Eine Moos-Sedum-Begrünung kann sich schon mit 25 kg/qm Gewicht behaupten.
Ein wesentlicher, auch finan-zieller Vorteil ist der Temperatur-ausgleich, der der Abdichtung eine längere Lebensdauer gibt.
Die Abdichtung und unterliegende Konstruktionen werden beim unbegrünten Dach im Sommer mit +80 Grad C und im Winter mit bis zu -30 Grad C belastet.
Das sind über 100 Grad Temperatur-differenz!
Das begrünte Dach wird im Sommer mit +25 Grad C und im Winter mit -5 Grad C belastet. Das sind nur noch 30 Grad Differenz. Dieses ausgeglichene Temperatur-Feuchtmilieu an der eigentlichen Oberfläche verbessert auch das Raumklima:
» im Sommer ist es kühler
» im Winder werden Heizkosten gespart.
Außerdem können UV-Strahlen die Dachhaut nicht zerstören.
Bei aller Leichtigkeit Erde auf das Dach zu tragen gilt aber immer, dass dies mindestens in Zusammenarbeit mit einem Fachmann zu geschehen hat.
ACHTUNG:
Laienarbeit wird meist durch die einfachsten Fehler bestraft.
Gerade das grüne Flachdach verlangt nach sorgfältigster Planung, damit es nicht wie das billige Flachdach in Verruf kommt.
Damit die Wurzeln die Abdichtung nicht zerstören, werden hier spezielle Folien verlegt. Unter der Vielzahl der Materialien sind genügend Stoffe, die als umweltverträglich gelten, zu finden, hier müssen natürlich PVC-Folien vermieden werden.
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» neuer Lebensraum für Fauna und Flora
» Ersatz für die verlorene Bebauungsfläche
» ästhetischer Gewinn durch die Einbindung der Häuser in den natürlichen Raum
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