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Laut UN ist der Klimawandel katastrophal

Genf (dpa/ap)

Die Klimaerwärmung wird nach Einschätzung führender Klimaforscher verheerende Folgen für die Menschheit haben. Der steigende Meeresspiegel werde Millionen von Menschen in Küstenregionen in Gefahr bringen, in bereits heute trockenen Gegenden drohten katastrophale Dürren. Dies ist das Fazit eines Berichts, den der UN-Ausschus zum Klimawandel (IPCC) am Montag in Genf vorgelegt hat.

Besonders stark betroffen sind der Studie zufolge die Menschen in den Entwicklungsländern, aber auch Europa werde die Veränderungen zu spüren bekommen. Bis Ende dieses Jahrhunderts soll in den Alpen jeder zweite Gletscher schmelzen, Südeuropa werde zunehmend von Dürre und extremer Hitze, andere Regionen würden von Überschwemmungen gefährdet.

Der UN-Ausschuss weist darauf hin, dass viele der Veränderungen bereits sichtbar seien. Das arktische Eis sei bereits um zehn bis 15 Prozent zurückgegangen, die Eisdecke auf Flüssen und Seen schmelze zwei Wochen früher als vor 150 Jahren. In Europa hätten Gartenpflanzen 1993 im Schnitt 10,8 Tage länger geblüht als 35 Jahre zuvor. Wetterkatastrophen hätten in den neunziger Jahren zehnmal so hohe Schäden verursacht wie in den fünfziger Jahren.

Der Genfer Bericht folgt der im Januar in Schanghai veröffentlichten Studie über das Ausmaß des Klimawandels. Demnach könnte die Durchschnittstemperatur auf der Erde innerhalb eines Jahrhunderts um 5,8 Grad steigen. Als Ursachen wurden die industrielle Umwelt- verschmutzung, unter anderem auch durch die Abgasemissionen von Autos, genannt. Ein dritter Bericht des Gremiums mit Lösungsvorschlägen soll im März veröffentlicht werden.

Umweltverbände in Deutschland forderten die Bundesregierung dazu auf, den CO2-Ausstoß drastisch zu senken.

Aus der HAZ vom 20.02.2001